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Der
Nationalpark von Cilento
Die
Provinz von Salerno – die Region von Campania – 80 Gemeinden
– 250 000 Einwohner – 8 Gebirgsgemeinden
Parkoberfläche: 181 048 ha
Der
Nationalpark von Cilento und Vallo di Diano ist der zweitgrößte
in Italien und repräsentiert zweifelsohne einen der wichtigsten
biogeographischen Komplexe Süditaliens. Seine besondere
geografische Lage, seine Küsten, Wasserläufe und Bergmassive verleihen dem Gebiet eine
abwechslungsreiche Orografie, die sich in beachtlicher Vielfalt
der Umwelt manifestiert.
Cilento ist eine bezaubernde Hügellandschaft, bedeckt mit
unendlichen Reihen von grünen Olivenbäumen, die sich im Blauen
des Tyrrhenischen Meeres wiederspiegeln und gleichzeitig ein Land
von rauen Morphologien, tief
geprägt von
lebendigen Bergflüssen, mondartigen Rochen, Kastanien- und
Steineichenwäldern und Dörfern an den Ufern und Gebirgshängen.
Der Park und die Ausgrabungsstätten Paestum und Velia, sind auf
der Liste der Weltgüter von UNESCO. Der Park wird, außerdem,
als einziger in Italien als gemischtes Natur- und Kulturgut
angesehen und wurde von UNESCO ins exklusive Programm MAB (Man
and Biosfere)
als „Reserve der Biosphäre“ eingeschlossen, damit dieses
wertvolle biogeographische System bewahrt wird.
Flora
und Vegetation
In der Pflanzenbesetzung des Parks befinden sich ungefähr 1800
verschiedene bodeneigene Wildpflanzenarten, davon ca. 10% örtlich
begrenzte und/oder seltene Arten. Die bekannteste unter diesen
und vielleicht auch die wichtigste, ist die Primel von Palinuro
(Primula Palinuri), die
zum Symbol des Parks geworden ist. Auf den Stränden findet man
hie und da die immer seltene weiße Seerose, wahrend die Küstenkliffe
von den kostbaren
Pflanzen wie die Primel von Palinuro, die Felsennelke, die
Flockenblume, die Glockenblume von Neapel, usw. bewachsen sind,
deren die Küstenlandschaft ihre außerordentliche Schönheit
verdankt. Im trockenen mediterranen Streifen, dem Reich der
vielförmigen und vielfarbigen Macchia Mediterranea findet man
außerdem den Ginster von Cilento, den Johannisbrotbaum, den
Wacholder, Steineichenspreiten und Kieferwälder.
In der Küstengegend, vor allem, sind die immergrünen Wälder
von Olivenhainen durchdrungen, von den fast natürlichen Gärten,
die sich durchmischen und sich in die warme Natur der cilentanischen
Küsten integrieren. Auf den höchsten Ebenen und im Binnenland
wachsen Eichen, Ahorne, Linden, Ulmen, Eschen und Kastanien.
Selten findet man auch den Nobelahorn. Noch höher, im stillen
Reich der hohen Felsen, lebt die seltene Berberitze von Etna.
Auch die Gegenwart von einigen gemeinen Pflanzenarten, sowie die
kleinen Wildwälder von Birken, Weißtannen und Buchsbäumen,
bezaubert hier in einer besonderen Weise.
Fauna
Die Fauna des Parks ist sehr verschieden dank großer
Verschiedenartigkeit der Landschaften auf dem Gebiet. Die Küsten-
und Gebirgsgebiete, die ungestümen Bäche und Flüsse, Felsen
und Wälder, bestimmen ebenso viele Tiergemeinschaften, in
welchen oft Tierarten
von besonderem naturalistischem Wert zu finden sind.
Auf den Gipfeln, auf den hochgelegenen Grasländern und Felsen
findet man oft den Goldadler (Aquila chrysaetos) und seine
ausgewählte Beute: das Steinhuhn und den Hasen. Andere Raubvögel
sind der Falke, der Kolkrabe und die Korallendohle. Auf den
Weiden kann man oft die Wühlmaus finden, die vom Fuchs, Marder
und Wolf gefangen wird. In diesen Wiesen, dem Reich vieler
Schmetterlingsarten, leben
die Eidechse und die Erzschleiche. Unter den vielen Vogelarten
der Buchenwälder findet man vor allem den Schwarzspecht und den
Gimpel. Grosses Interesse gilt der Gegenwart des Raubvogels
Habicht, der immer seltener zu finden ist. Auf hohen Bäumen
leben auch Saugtiere sowie der Siebenschläfer, wahrend die
anderen kleinen Nagetiere in den Höhlen zwischen den Wurzeln
leben. Auf der Baumrinde lebt ein seltener Insekt: der Käfer
Rosalia Alpina, die im europäischen Kontext eine große
Bedeutung hat. Sehr reich ist auch die Fauna der Wasserläufe,
mit der dominanten Otterpopulation. In der Nähe von den Quellen,
wo das Wasser am kältesten ist, leben einige Salamanderarten.
An den Stellen mit dem klarsten sauerstoffreichsten Wasser sind
im Überfluss vorhanden die Forelle und
die Amsel. Unter den felsigen Schluchten lebt der seltene
Schlangenadler, ein riesiger Raubvogel, der sich vor allem von
den Kriechtieren sowie die Ringelnatter, die Otter, die
Smaragdeidechse usw. ernährt.
Die
Küste:
Ein
Drittel von den thyrrhenischen Küsten von Campania grenzen am
Gebiet des Parks. Ihre Morphologie ist sehr unterschiedlich,
abwechselnd wunderschöne Strände (häufiger im nördlichen
Bereich), felsige Vorgebirgen, Felsenriffe und hohe Überhänge
am Meer, abgegrenzt von kleinen Kiefer- und Wacholderdickichten.
Die unterschiedliche geologische Natur des Gebietes verursacht
die Verschiedenartigkeit des Profils und der Orographie der Küsten,
die im Norden (von Agropoli bis Palinuro) milder erscheinen,
dagegen im Süden, von Capo Palinuro bis Scario, viel rauer,
unzugänglich und wilder sind. Entlang dieses südlichen Teiles,
der im Süden vom kalkig-dolomitischen Ausläufer des Monte
Bulgheria (1225m) dominiert ist, haben sich durch starke
Karstprozesse unzählige Grotten gebildet, die manchmal vom Meer
überflutet worden sind und dadurch in ihrer ursprünglicher
Struktur mit Farben, Erosionserscheinungen und Lichtspielen
bereichert worden sind. In der Grotta Azzurra von Palinuro
findet man außerdem Phänomene der Refraktion, die dem Wasser
den unvergesslichen himmelblauen Farbton verleihen. Hier lebt
die besondere Meeresfauna, die an die unterseeischen
schwefelhaltigen Thermalquellen gebunden ist. Überdies gibt es
in den Grotten verschiedene Spuren der prähistorischen
Besiedlung. |